Rezeptfreie Schmerzmittel

Das größte Gespenst für Neulinge in der Neuen Medizin sind Schmerzmittel. Richtig arg wird es, wenn man über starke Schmerzmittel wie Opiate nachdenkt. Dazu im nächsten Abschnitt mehr.

 

Im Grunde gibt es nur wenige Wirkstoffe zur Bekämpfung von leichten bis mittelstarken Schmerzen, aber einen unübersehbaren Markt an rezeptfreien Schmerzmitteln. Aus den bewährten Drei (ASS, Ibuprofen und Paracetamol) wird eine Vielzahl an Dosierungen und Kombinationen – z.B. mit Vitamin C oder Koffeein angeboten. Da Koffeein und Vitamin C eine sympatikotone Wirkung haben, darf man annehmen, dass es tatsächlich noch einen zusätzlich schmerz- und entzündungslindernden Effekt gibt.

Zur Selbstbehandlung eignen sich am besten Einstoffpräparate mit Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol. Diese Mittel sind seit Jahrzehnten bewährt. Naproxen, dessen Wirkung etwa doppelt so lange wie die der anderen Wirkstoffe anhält, darf erst seit 2002 ohne ärztliche Verordnung verkauft werden, allerdings nur in niedrigen Dosierungen. Es ist als rezeptfreies Schmerzmittel noch weniger bewährt. Daher ziehen wir Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Paracetamol vor. [...]

ASS, Ibuprofen und Paracetamol lindern gut den Schmerz, sind jedoch nicht beliebig austauschbar. Der Grund liegt in ihren besonderen Eigenschaften. So wirkt Paracetamol im Gegensatz zu den anderen Mitteln nicht entzündungshemmend, etwa bei entzündlichen Gelenkschmerzen (wohl aber schmerzlindernd bei Verschleiß von Gelenken). Andererseits darf Acetylsalicylsäure, weil sie Blutungen verstärken kann, nicht vor zahnärztlichen Eingriffen oder Operationen eingenommen werden, dafür aber Paracetamol.

Auch Kombinationspräparate machen den Schmerzmittelmarkt unüber­sichtlich. Sie enthalten beispielsweise Acetylsalicylsäure (ASS) plus Paracetamol (z.B. Spalt® Schmerztabletten) oder zusätzlich auch noch Koffein (z.B. in Thomapyrin® Schmerztabletten), Vitamin C (Ratiogrippal®+C Brausetabletten) oder andere Sub­stanzen. Kombinationen verschiedener Schmerz­wirkstoffe wurden im vorigen Jahrhundert „erfunden“, als man noch glaubte, dass sich die Wirkung der Bestandteile gegenseitig verstärke. Dies trifft  aber nicht  zu.

Die schmerzstillenden Wirkungen der in diesen Mitteln geringer dosierten Wirkstoffe wie etwa ASS und Paracetamol addieren sich lediglich. Daraus ergeben sich keine Vorteile gegenüber Arzneimitteln mit nur einem Wirkstoff.

Allerdings gibt es ernstzunehmende Hinweise auf besondere Risiken von Schmerzmittelmischungen: Werden sie über längere Zeit eingenommen, kann das die Nieren schädigen („Schmerzmittelniere“),1 und zwar anscheinend häufiger, als das bei Präparaten mit nur einem Wirkstoff der Fall ist. [4]

Dann noch ein Wort zu Diclofenac, ein oft angewendetes Schmerzmittel bei allen Arten von Schmerzen des Bewegungsapparates:

In den frühen 1990er Jahren starben die Geier reihenweise, nachdem sie Tierkadaver verzehrt hatten, die den Arzneistoff Diclofenac enthielten. Der Entzündungshemmer wurde bei Rindern  verwendet und führte bei Geiern zu Nierenversagen. Der Einsatz von Diclofenac ist seit 2006 in der Tiermedizin untersagt, eine Massnahme, die offenbar zu spät ergriffen wurde. Bis ins Jahr 2003 wurden etwa 95 Prozent der Geier ausgelöscht. Die gesamte Geierpopulation Indiens reduzierte sich nach Angaben der „Times of India“ von 40 Millionen auf weniger als 100.000 Tiere im Jahr 2011. Geier gelten als besonders wichtig für die ökologische Balance, weil sei den Lebensraum von Aas befreien.

Quelle:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=157563

 

Kommentar & Ergänzung:

Diclofenac wird auch in Mitteleuropa in der Humanmedizin verbreitet angewendet zur Behandlung von Schmerzen und Entzündungszustände verschiedener Ursache, beispielsweise bei Arthritis, Arthrose, nach Operationen und Verletzungen, bei Menstruationsbeschwerden, Migräne und Gicht.

Diclofenac wird unter zahlreichen Handelsnamen verkauft:

Das ursprüngliche Präparat der Firma Geigy trug und trägt den Namen „Voltaren“ und gehört inzwischen dem Pharmakonzern Novartis. Ausserdem sind im Handel: Agilomed (A), Algefit (A), Allvoran (D), Arthrex (D), Dedolor (A), Deflamat (A), Deflamm (A), Difene (A), Difen-Stulln (D, CH), Dolostrip (A), Dolpasse (A), Ecofenac (CH), Effekton (D), Effigel (CH), Fenisole (CH), Flam-X (CH), Flector (D, CH), Fortenac (CH), Inflamac (CH), Jutafenac (D), Monoflam (D), Olfen (CH), Pennsaid (A), Primofenac (CH), Relowa (CH), Rewodina (D), Sandoz Schmerzgel (D), Solaraze (D, A), Tonopan (CH), Tratul (A), Vifenac (CH), Voltfast (CH), sowie viele Generika (D, A, CH).

Auch wenn in Mitteleuropa keine derart dramatischen ökotoxikologischen Auswirkungen zu beobachten sind wie in Indien mit diesem Geiersterben, ist Diclifenac ökologisch nicht unproblematisch:

„Bei den in Abwasser und Klärschlamm regelmäßig gefundenen Rückständen von Arzneimitteln handelt es sich nach Angaben der Bundesregierung neben Carbamazepin vor allem um Diclofenac. Die wenigen bisher vorliegenden Untersuchungen an Pflanzen haben gezeigt, dass auch Pflanzen prinzipiell Arzneistoffe aus dem Boden aufnehmen können.

Im Fall von Diclofenac verlassen 70 Prozent den menschlichen Körper unverändert. Etwa 90 Tonnen des Wirkstoffes werden im Jahr in Deutschland verbraucht, wodurch etwa 63 Tonnen Diclofenac über den Urin in den Wasserkreislauf gespült werden. Da die Kläranlagen darauf nicht ausgelegt sind, gelangen Medikamente und ihre Rückstände fast ungehindert über die Oberflächengewässer auch wieder ins Trinkwasser.“

Quelle: Wikipedia

Bei der äusserlichen Anwendung von Diclofenac als Diclofenac-Gel oder Diclofenac-Salbe gehen die Wirkstoffe natürlich auch ins Blut über. Aber, es gibt Alternativen: Vor allem Beinwellsalbe oder Beinwellgel zeigte sich in Studien als mindestens ebenbürtig und sogar signifikant besser – ohne dass mit diesen Produkten Umweltprobleme zu erwarten sind. Siehe auch:

 

Voltaren-Gel versus Beinwell-Salbe

Sprunggelenksverletzung – Beinwellwurzel wirksamer als Diclofenac

 

Das war eine kleine Zusammenfassung zu den rezeptfreien Schmerzmitteln. Natürlich sollte man versuchen, nicht bei jedem kleinen Zipperlein zu Schmerzmitteln zu greifen. Auch gibt es unzählige Hausmittel, die bei leichten und mäßigen Schmerzen gute Dienste leisten. Da hat vielleicht jeder so seine eigenen Erfahrungen, Geheimtipps und Favoriten. Hier alle aufzuzählen, bräuchte wahrscheinlich ein extra Buch, aber bei den Hausmitteln und in den anderen Kapiteln zu Wirkstoffen werde ich noch dieses und jenes ansprechen. Alles in allem darf man wohl sagen, dass auch in der Neuen Medizin Schmerzmittel kein Tabu sein sollten und auch kein Tabu sind. Immerhin können sie schon allein den psychischen Zustand eines Patienten verbessern, denn lang andauernde Schmerzen machen mürbe und können die Lebensqualität deutlich senken, sodass dann keine Bereitschaft mehr besteht, den Heilungsprozess durchzustehen und auch schnell die Bereitschaft, das alles nach neumedizinischen Gesichtspunkten durchzustehen, den Bach runter geht.

 
Schmerzmittel
 
Opiate (Morphin)

Ein NoGo nach Maßgabe von Dr. Hamer sind alle Arten von Opiaten. Sicher auch aus eigenen langjährigen Erfahrungen im Klinikalltag – und insbesondere auf Onkologien – ist die feste Überzeugung gereift, dass die Gabe von Opiaten den Anfang vom Ende einläutet. In der Tat weiß ich aus der Erfahrung von einigen Patientenfällen, mehr noch aber durch Aussagen von Klinik- aber auch Hausärzten, dass, wenn die Schulmedizin keine Hoffnung mehr sieht, und das sieht sie ja regelmäßig, wenn sie alle ihre Register erfolglos gezogen hat, Opiate (Morphium) gerne schnell höher dosiert eingesetzt werden, um den 'armen' Patienten nicht so lange leiden zu lassen. Bei betagten Patienten werden damit gern zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Man würde damit ja auch die Angehörigen entlasten...

Auch wenn Opiate mit Vorsicht zu genießen sind, sind sie bei schweren Schmerzen oft das einzige Mittel, um überhaupt eine schmerzlindernde Wirkung zu erreichen und das nicht nur bei Tumorschmerzen, Schmerzen der Knochenhaut (Periost) durch Aufdehnung in der Heilungsphase, sondern auch bei vielen Arten von Koliken bei Nieren, Galle oder Bauchspeicheldrüse. Nach Auskunft eines erfahrenen klinischen Chirurgen schlagen gängige Schmerzmittel gerade bei den letztgenannten Organbeschwerden gar nicht an, sodass im Grunde gar nichts anderes übrig bleibt, als Morphine zu geben, wenn der Patient nicht durchdrehen soll vor Schmerzen.

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass man kurzzeitige und wohl dosierte Gaben von Morphin natürlich überlebt. Und natürlich gibt es unzählige Menschen, die nach Operationen, schweren Unfällen oder bei anderen Notfällen mit Opiaten schmerzlindernd behandelt wurden und werden, ohne dass es um eine finale Palliativebehandlung – schulmedizinischer Standard bei 'fortgeschrittenen' Krebserkrankungen – gehen würde.

Solange also der Patient oder auch seine Angehörigen selbstbestimmt dosieren können oder die Übersicht behalten, besteht im Grunde keine Gefahr, dass die Medikation final endet. Allerdings muss man in Kliniken und Hospizen u.U. natürlich auch Zuhause, wenn ein zu gut meinender Hausarzt freie Hand hat, immer auf der Hut sein. Denn es ist nicht unüblich, ohne das Wissen des Patienten oder der Angehörigen, überzudosieren – gerne auch mal heimlich über den harmlosen Tropf (Infusion) verabreicht, wenn die Götter in Weiß der Meinung sind, da wäre sowieso nichts mehr zu machen.

Neben der Schmerzhemmung hat Morphin im Gehirn noch weitere Wirkungen. So verringert es die Atmungstätigkeit und unterdrückt den Hustenreiz (antitussive Wirkung). Es wirkt zunächst erregend auf das Brechzentrum im Hirnstamm. Daher kommt es zu Beginn der Morphin-Therapie häufig zu Übelkeit und Erbrechen. Nach einiger Zeit lässt diese Nebenwirkung allerdings nach, da Morphin schließlich das Brechzentrum lähmt.

Zusätzlich zu den genannten Wirkungen verengt Morphin die Pupillen und vermindert die Ausscheidung giftiger Stoffe über den Harn, dazu senkt es den Blutdruck und verlangsamt den Herzschlag. Bedeutsam ist außerdem die lähmende Wirkung des Morphins auf den Darm, die während der Behandlung zu starken Verstopfungsbeschwerden führen kann.[5]

Die zur Schmerzbehandlung verwendeten Opiate und Opioide werden - je nach Substanz, therapeutischem Zweck und notwendiger Dosierung - in Form von Kapseln, Tabletten, Tropfen, Saft, Zäpfchen oder Injektionslösung oder Transdermalpflastern verabreicht. In der akuten und chronischen Schmerzbehandlung kommen vor allem die oral verabreichbaren Morphinpräparate zur Anwendung, wobei die therapeutische Dosis bei 10 mg, die höchste Tagesdosis bei 100 mg liegt. Bei so genannten Retardpräparaten (z.B. Tilidin retard) tritt die Wirkung verzögert ein, d.h. der Wirkstoff wird über einen bestimmten Zeitraum - beispielsweise über den Tag verteilt - langsam freigesetzt, so dass ein gleichmäßiger Substanzspiegel im Blut erreicht wird.[6]

Letztendlich zeigen uns auch chronische Schmerzpatienten, dass das Wohl und Wehe von Morphin immer eine Frage der Dosierung ist, mit der so mancher über Jahre sein Leben lebt. Natürlich gibt es wie bei allen Medikamenten auch bei Morphin eine Gewöhnung, die dann höhere Dosen erfordert, was ein Teufelskreis werden kann.

Deshalb sollte immer nach Möglichkeiten gesucht werden, die Schmerzen anders in den Griff zu bekommen. Am besten ursächlich. Schmerzen in der Lösungsphase sind nicht unvermeidlich oder ein notwendiges Übel, sondern liegen oftmals darin begründet, dass das Zellgedächtnis und die Energieflüsse durch den biologischen KonfliktSCHOCK immer noch in Mitleidenschaft gezogen sind und durch diese Blockade noch Schmerzen verstärkt werden oder überhaupt erst entstehen. Ich konnte mehrmals schon beobachten, wenn man die emotionale Blockade (auch noch in der Heilungsphase möglich) gelöst hat, Schmerzen praktisch von jetzt auf gleich verschwinden oder so minimal sind, dass sie praktisch nicht mehr ins Gewicht fallen. Näheres zu diesen offensichtlichen Zusammenhängen kann man in den Kapiteln Traumatherapie - SE und Klopfakupressur/EFT nachlesen.

Cannabis

macht schon seit einiger Zeit von sich reden, nicht nur als Schmerzmittel, sondern auch als Alternative in der Krebstherapie und sogar bei Erkrankungen wie Tourette-Syndrom. Ab 2017 soll Cannabis nun zumindest auf Rezept seinen Weg zu den Patienten finden. Es bleibt zu hoffen, dass das nur der erste Schritt ist zur Legalisierung des breit gefächerten Anwendungsmöglichkeiten für Cannabis. Bremen geht nun mal voran und will den Anbau für Eigennutzung legalisieren. Gut so!